Internet - quo vadis ? |
| Datum: September 07, 2008 12:34:10 AM |
| Autor: Otto Hegnauer |
| Kategorie: Webmaster: Allgemeine Webkataloge |
| Beim Medium "Videomit" www.swissfot.ch/HTM_public_d/Basis/Presse-Jubilaeum.htm (siehe "10 Jahre Swissfot") galt noch "Bilder müssen scharf, bildschirmfüllend, near-TV" sein, nicht wie die unscharfen, abgehackten Mini-Fensterchen des Internets; Töne müssen "klangvoll, differenziert, near-Raumton" sein, nicht wie "Mozart aus dem Telefon", wahrgenommen und umgesetzt werden. Umgesetzt als Motivation, wozu die "Internet-Fensterchen" und die "Handy-Klingelgeräusche" nie fähig sind. Aber es kam noch besser. Statt das Internet in dieser Richtung zu entwickeln, vertrimmte man es genau ins Gegenteil: Bilder und Töne werden entwertet, verbannt, Schriftzeichen (nicht einmal Texte geschweige denn Sinn in den Texten) werden belohnt, man entwickelt und verdammt den Bildschirm zum Lese-Medium, trotz der ergonomischen und physiologischen Bedenklichkeit, trotz der besonderen Probleme bei Alternden und Behinderten, trotz der Gefährdung für Kinder (dafür gibt es ja Filter). Nicht Sinn in den Texten, nicht Texte an sich, nicht Worte, nicht Wörter, nein, ein Haufen Wortfetzen genügen, um als "Content" Punkte zu kriegen, im Ranking zu steigen. Der Begriff "Mediengerechtheit" wurde unbekannt. Dies weil Maschinen lernten, "fähig" wurden mit Texten umzugehen, aber unfähig sind, mit Bildern, Klängen, Links und andern Signalen etwas anzufangen. Etwa das Aufleuchten der Augen eines Kindes kennen sie nicht. Sie schämen sich auch nicht, wenn sie diesen meinen Text lesen - und das tun sie bestimmt (ich weiss nicht, ob sie es auch "können" ich meine "verstehen"). Und wenn man den Maschinen etwas beigebracht hat, lässt sich das umsetzen. Nicht in Motivation und in ein Aufleuchten der Augen, aber in bare Münze. Viele haben das entdeckt, ich nenne sie mal pauschal "Netzdespoten". Die arbeiten clever, und eines Tages werden sie gelernt haben, auch mit Bildern und Tönen umzugehen, und vielleicht sogar mit Fullscreen, und mit Gefühlen. Dann aber wird es zu spät sein, weil sie alles Bestandene schon abgemobbt und abgewürgt haben. Was sich die Netzdespoten da erlauben, ist eine bodenlose Frechheit. Statt das Internet zu entwickeln und etwa auf eine ausgewogene Mischung von Texten und Bildern und eine gute Platzierung derselben zu sorgen, werden die Bilder entwertet, verbannt. Wird das Internet verteufelt. Künstlerische Leistungen werden nicht mehr honoriert, nur noch "Contents" alias Buchstabenhaufen zählen, denn die Maschinen bezw. ihre Programmierer sind ja nicht fähig Texte von Buchstabenfetzen zu unterscheiden. Das beweisen die "Ergebnisse" der berühmtesten Suchmaschine. Ich erzähle jetzt aus der eigenen Schule, www.swissfot.ch . Da betrieb ich ein Gästebuch, aus dem ich zitiere : "Super, dass Du dich der Schweiz trotz der grossen Distanz mit grossem Einsatz widmest. Ich kenne keinen anderen der dies mit so viel Ehrgeiz und Freude an seinem eigenen grossen Internetprojekt macht. Und jede Minute dafür opfert, die Internet-Besucher mit neuesten News und Links zu informieren. Es ist eigentlich Dein Lebenswerk, das für ewig im Internet publiziert werden sollte. Wer hat schon von sich aus alle Gemeinden in der Schweiz besucht und Ihre Geschichten niedergeschrieben." (Dez.04, Eck IT-Services) Im Gästebuch sind seit September 1999 jeden Monat ähnliche Zuschriften zu finden. Total gegen 200. August 2007, plötzlich brechen die Zuschriften ab. Ich weiss nicht warum, die Qualität hat sich ja nur verbessert, ich habe alles dafür getan. Ähnliches im Mail-Verkehr. Ich freute mich über die täglichen Besucherkontakte, die Adressmeldungen, Fehlerhinweise und Anregungen, die ab Mitte 2007 leider verschwanden. Ich weiss nicht warum, die Qualität ist ja nicht plötzlich verschwunden, aber Maschinen haben andere Kriterien als Menschen, und die galten ab jetzt. Unheimlich ärgerlich. Kommt da eine Privatfirma, und die dominiert mit ihren Machenschaften die ganze Welt - und wenn Du mal öffentlich reklamierst und Dein Menschenrecht auf freie Meinungsäusserung ausübst, bekommst Du eine Abmahnung ins Haus, oder schlimmer. Die können sich ja mit ihrem Sauhaufen Geld, das sie aus dem Internet - und damit nicht genug, - zusätzlich noch aus der Börse schöpfen, die teuersten amerikanischen Juristen leisten. Und Du machst immer Zweiter... Gibst du dir alle Mühe und produzierst seit Jahrzehnten Bilder für die du die ganze Schweiz bereisen musstest (wie das oben aus dem Gästebuch zitiert wurde), lädst sie aufs Internet hoch und freust dich seit einem weiteren Jahrzehnt ob den steigenden Besucherzahlen und ob den begeisterten Rückmeldungen und Hilfsangeboten deiner Besucher, bringst es auf über 10000 Besucher/Tag mit über 3 Millionen Hits/Tag, und plötzlich fallen diese Zahlen zusammen, bis fast auf den Nullpunkt. Die wenigen "Überlebenden" haben dich wohl als Favoriten oder Bookmarks gespeichert - die bisherigen "Metatags" werden von den Suchmaschinen kaum mehr honoriert. Ein bekannter Webkatalog (Mark2mark.de PR 6) schrieb: "So kam ich auf 1300 Kategorien bei etwa 9000 Links. ... war dies ein Vorteil, ist es aber nicht mehr. Selbst das Optimieren der Software und Ergänzen von Beschreibungen um den Content einzigartiger zu machen, halfen nicht weiter. Im Oktober 2007 begann der rapide Verfall der Besucherzahlen ..." Dann wurde der erfolgreiche Webkatalog geschlossen... Auch ich habe reklamiert, zuerst bei meiner Statistik-Firma. Kam die lapidare Antwort : "... Leider können wir im Moment keine Webstatistik mehr anbieten. Ihre Website wurde auf eine neue, leistungsfähigere Plattform migriert. Dass die Webstatistik auf der neuen Hosting-Plattform, auf welche letzlich sämtliche Kunden migriert werden, innert Wochenfrist angeboten werden kann, ist unwahrscheinlich. Die Webstatistik ist aber durchaus ein grosses Interesse vieler Kunden. Daher finden zur Zeit eingehende Abklärungen bei unserer Technik statt, wie dies technisch zukünftig möglich ist. Wir bedauern, Ihnen im Moment noch keine weiteren Auskünfte diesbezüglich geben zu können. Vorübergehend empfehlen wir Ihnen, ein Statistiktool eines Drittanbieter, z.Bsp. www.google.ch/analytics, einzusetzen...." (leistet erwartungsgemäss ganz was anderes, und: ist inzwischen ein halbes Jahr später, die versprochene Zukunft ist noch nicht eingetroffen). Monate später kannst du "Lösungen" nachlesen, die wohl viele Webmaster betreffen (und betroffen machen): "Im Internet gilt jetzt die Maxime: Der Inhalt zählt. Gilt auch für AdSense-Publisher. Falls es sich dabei um nicht textbasierten Content handelt, kann er von unserem Crawler möglicherweise nicht erkannt werden. Obwohl wir stets bemüht sind, unsere Ausrichtungstechnologien weiter zu verbessern, brauchen unsere Crawler 1 Nachricht, 1 Autor. Bilder werden nicht mehr erkannt und zählen nicht als "Content". "Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte" gilt nicht mehr, Das haben die Netzdespoten bestimmt. Sie haben bestimmt, ein Bild sei nicht mehr tausend Worte wert. Ich aber stelle fest: Maschinen (und ihre Programmierer) sind blind (was ich allerdings schon lange weiss.) Sie kennen Bildsprache nicht. Bildsprache ist Weltsprache, eine der weniger Sprachen (wie auch Musik), die man nicht mühsam erlernen muss. Die alle kennen könn(t)en. Nationsunabhängig, völkerverbindend. Die einen verstehen sie, die andern verstehen sie nicht. Sie kennt kein Babylon-Problem. Das ist etwas Grossartiges. Maschinen wissen das eben nicht. Die Netzdespoten haben das Internet verteufelt. Schade darum. Internet, Quo Vadis ? Anzeige: Veröffentlicht am 01.09.2008 Swissfot Otto Hegnauer |
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